Ein Blick auf Purple River Duftkerzen: Top oder Flop?

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Werbung, da Markennennung

Von Skepsis zu Neugier


Im Vorfeld hatte ich den Eindruck „Billig“, weshalb ich mich nicht wirklich für die Marke interessierte. Einige Sorten und Duftkombinationen schienen aber doch interessant. Meine Neugier stieg und ich wollte schlussendlich die Duftkerzen von Purple River dann doch gern einmal testen.

Der erste Eindruck


Der Eindruck, den ich im Vorfeld hatte, stärkt sich leider, jetzt da ich die Kerzen tatsächlich in der Hand habe. Was ich hier vor mir sehe hat auf den ersten Blick den „Charme“ eines Tedi, Woolworth, u.s.w. Produkts. Mein Marketing-Auge kommt nicht umhin zu sehen, dass hier bereits äußerlich glasklar an mehreren Ecken gespart wurde. Das gesamte Look and Feel will mich einfach nicht überzeugen. 

Nun soll man ein Buch zwar nicht nach seinem Cover beurteilen, aber wenn schon auf den ersten Blick sichtbar gespart wird - Nun, der langen Rede kurzer Sinn: Ich kann mich der Befürchtung nicht erwehren, dass es beim Produkt im Inneren nicht anders sein wird und bin direkt schon negativ und folglich sehr kritisch gestimmt.

Was steckt wirklich drin?


Was mich sehr freut und mich der Marke gegenüber, nach dem eher negativen Ersteindruck, wieder positiver stimmt, ist die Herstelleraussage, dass das Produkt vegan und ohne Tierversuche hergestellt ist.

Zudem handelt es sich laut Werbetext bei dem verwendeten Wachs um reines Sojawachs und bei den Ölen um ätherische Öle, also hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Da sich diese Aussage lediglich in der Werbung findet und ich keinerlei offizielle Liste der Inhalte, Allergene u.s.w. finden konnte, kann ich dies weder bestätigen noch dementieren. Zumindest was das Wachs angeht, scheint die Aussage dem Augenschein nach aber zu stimmen.

Sojawachs mag manchem Auge vielleicht etwas unschön erscheinen, da es bröselig, fleckig oder uneben wirken kann, aber ich bin von Sojawachs sehr überzeugt, weil es in der Regel einfach großartig performt, gleichmäßig schmilzt, das Öl sehr gut hält und den Duft gut abgibt. 

Ein bröckeliges Aussehen nach dem Erkalten, wie auf dem folgenden Bild zu sehen, ist keineswegs ein Qualitätsmangel, sondern bei diesem Wachs vollkommen normal und in Ordnung. Es deutet sogar darauf hin, dass dem Wachs wirklich keine substanzverändernden Beimischungen zugesetzt sind. Zudem müsst ihr damit rechnen, dass das Wachs beim erkalten ungewohnt lange flüssig bleibt und wirklich eine ganze Zeit braucht, um wieder zu erhärten. Ich habe Bewertungen gelesen, in denen sich darüber mokiert wurde, aber auch dies ist bei diesem Wachs vollkommen normal.


Duft und Performance


Kalt geschnüffelt wirken die Düfte auf mich direkt „chemisch-aggressiver“ als z.B. Yankee oder Kringle. Der erste Eindruck nach dem Öffnen des Deckels täuscht aber und der Duft wird angenehmer, wenn der erste Duftmuff verflogen ist. Was bleibt ist aber der Eindruck, dass die Düfte an sich "härter" rüberkommen, als Vergleichsmarken und auch nicht in mehreren Schichten, sondern sehr direkt. Das muss ja aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Zudem sagt die erste Duftwolke nach dem Öffnen auch noch nicht all zu viel über den Warmduft beim Abbrennen aus. 

Der Inhalt wird mit 623g angegeben, was dem Inhaltsgewicht einer Yankee Candle entspricht. Da es sich hier aber nicht um Paraffin handelt und Sojawachs leichter ist, habt ihr trotzdem einen leichten Unterschied in der Menge.

Purple River gibt an, einen "hohen" Duftölanteil von 8% zu haben. Das ist eigentlich recht normal und entspricht der empfohlenen Menge an Duftöl, das man Sojawachs beimischen kann. Die Menge an sich sagt aber noch nichts über die Qualität des Öls und noch nicht viel über die Intensität der Kerze aus, das sollte man im Hinterkopf haben. Bei stark konzentrierten Ölen reichen zum Teil sogar 3% bis 5%. Bei regulären Duftölen ist 7% bis 8% normal.

Was die Brenndauer angeht, wird eine Mindestbrenndauer von 140 Stunden garantiert. Die Aussage lasse ich an dieser Stelle einfach mal so im Raum stehen, denn ich investiere jetzt nicht 140 Stunden am Stück und stoppe die Zeit - ihr mögt es mir nachsehen.


Der erste Brennversuch


Ich habe mich beim ersten Brennversuch für den Duft Eucalyptus & Lemongras entschieden. Die Dochte, die offensichtlich aus Baumwolle sind, wie bei den meisten Kerzen, machen mir etwas Sorgen: Sie wirken recht "robust" und nicht optimal (oder überhaupt) individuell auf die Kerzen abgestimmt.

Tatsächlich, und trotzdem ich den Docht kurz getrimmt habe, ist die Flamme bei meinem ersten Brennversuch etwas flackrig. Bisher rußt die Kerze aber zumindest nicht und mit Hilfe eines Windlichtes konnte ich das Flackern gut eindämmen.

Dabei, einen Wachs-Pool bis ganz zum Rand zu bilden, tut sich die Kerze leider sehr schwer. Mit Zuhilfenahme eines Illuma-Lid (eigentlich eine Poolhilfe für Yankee Candles) hat es dann aber nach einiger Zeit geklappt. Dies ist aber ein Zeichen dafür, dass die Dochte tatsächlich nicht gut auf die Kerzen abgestimmt sind und einfach der Standard verwendet wurde.

Ich muss sagen, mit dem Wissen, dass ich die Kerzen mit aufgesetztem Illuma-Lid recht entspannt, ruß- und flackerfrei abbrennen kann, bin ich da durchaus zufrieden. Ich habe teurere Kerzen, die wirklich deutlich schlechter performen. Ärgerlich nur, wenn man kein Illuma-Lid hat (oder überhaupt je von der Existenz eines solchen Gegenstandes gehört hat), denn normal erwarte ich, dass eine Kerze auch ohne Hilfsmittel problemlos ihren Job macht und nicht tunnelt.


Überzeugt mich die Duftabgabe?


Den Duft nehme ich bislang eher dezent in der Luft wahr, wenngleich er sich aber so langsam und stetig wahrnehmbarer entwickelt. Ich würde hier sagen, man muss einfach etwas Geduld haben, bis der Duft seinen Weg durch den Raum findet. Letztlich würde ich die Kerze nicht als Duftbombe bezeichnen, aber für meine Nase ist sie zumindest wahrnehmbarer, als so manche Yankee Candle, die ich in den letzten Jahren gebrannt habe. 

Natürlich könnt ihr die Kerzen für ein deutlich intensiveres Dufterlebnis auch unter einem Candlewarmer, also einer Kerzenlampe verwenden. Ich teste und beurteile hier aber das "klassische" Abbrennen, da zum einen nicht jeder einen Candlewarmer besitzt und ich zum anderen von einer Kerze halt auch einfach erwarte, dass sie auch beim Brennen gut performt.

Aber egal, ob gebrannt oder unterm Candlewarmer: Was sich gegenüber dem kaltgeschnüffelten Duft nicht ändert ist, dass es wirklich keine vielschichtigen Düfte sind, die ihre Komponenten beim Brennen mit Herz- Kopf und Basisnote entfalten, so wie es bei z.B. Yankee Candle, Kringle Candle oder vergleichbaren Herstellern der Fall ist. Die Kerzen riechen ganz direkt, auch warm, nach dem wonach sie halt riechen - nicht mehr, nicht weniger - und ohne entsprechende Basis gefühlt recht hart.


Wer steckt hinter Purple River?


Über die Marke an sich konnte ich leider nicht viel herausfinden. Es macht den Anschein, als wäre Purple River die Eigenmarke der Fragrance and Style GmbH, einem Händlershop für Duftkerzen und Raumdüfte. Fragrance and Style hat augenscheinlich allgemein eher die B- und C-Marken wie Candle-Lite oder Woodbridge im Vertrieb, aber auch einige Marken, die mir sehr gefallen, wie z.B. Candleberry oder Cheerful Candle.

Einigen von euch mag die Fragrance and Style GmbH vielleicht auch durch den Onlineshop Duftkerze.de bekannt sein.

Ein Stück vom Kuchen


Verständlich, dass man als Vertriebspartner diverser Hersteller früher oder später die Idee hat, auch eigene Produkte herzustellen – bringt ja auch mehr ein als lediglich Fremdmarken zu vertreiben (sofern die Eigenmarke denn läuft). Dies ist mit Purple River nun dem Anschein nach passiert. 

Das Ergebnis ist zwar ähnlich wie bei etlichen anderen Herstellern, die lediglich „ein Stück vom Kuchen“ abhaben wollten, jedoch begrüße ich die Entscheidung zum Sojawachs sowie die Verwendung tierversuchsfreier Inhalte.

Liebe zum Produkt oder nur Geschäft?


Leider kann ich mich nicht dagegen wehren, dass für mich persönlich der „Stück vom Kuchen“-Eindruck hier überwiegt und ich vermisse mehr von dem Gefühl „aus Liebe zum Produkt“. Das ist aber ein rein subjektives Empfinden von mir. Nichtsdestotrotz hasse ich die Kerzen nicht und obwohl ich andere Marken deutlich bevorzuge, habe ich bei einem aktuell günstigen Angebot direkt erneut zugegriffen.

Laut Werbung werden die Kerzen handgegossen und in Deutschland hergestellt. Ob das nun bedeutet, dass das komplette Produkt und alle Inhalte aus einheimischen Gefilden stammen, die Dochte von Hand eingesetzt werden und die Gläser tatsächlich handgegossen werden, lässt sich aus solch einer Werbeaussage heraus nicht nachvollziehen. Ebenso ist es möglich, dass alles Material und die Zutaten aus dem Ausland kommen und hier lediglich zum Endprodukt verarbeitet werden. Mit "von Hand" kann auch gemeint sein, dass irgendwer per Hand den Knopf drückt, um die Maschine zu starten - man weiß es nicht. 

Ob das Wachs da jetzt aber mit irgend einer Maschine ins Glas hineingefetzt wurde oder von irgend jemandem händisch aus dem goldrandveredelten Porzellan-Krug hineingegossen wurde, ist mir letztlich aber auch egal so lange das Produkt gut performt.

Empfehlung: Ja oder Nein?


Kann ich die Marke nun empfehlen? Ich persönlich habe mir wie gesagt tatsächlich noch einige weitere Kerzen der Marke bestellt, aber ich muss zugeben, ich kann euch die Frage nach einer Weiterempfehlung nicht eindeutig beantworten. Es kommt sehr darauf an, was ihr möchtet und erwartet. Wenn ihr z.B. Country-, oder Yankee-Fans seid, steckt eure Erwartungen nicht zu sehr in diese Richtung. 

Die Düfte sind nicht vielschichtig. Ihr bekommt ziemlich genau das, was drauf steht, ohne großes Beiwerk, nennenswerte Kopf- oder Fußnoten und all dem Gedöns, das viele andere Marken hervor hebt. Die Düfte wirken nicht "edel", sondern eher hart. Wenn ihr aber genau das sucht und mögt, dann greift zu.

Die Düfte von Purple River sind erhältlich als große oder kleine Kerzen sowie als Wachs-Melts für die Duftlampe. Wenn ihr den Kilopreis als Referenz nehmt, fahrt ihr mit den großen Kerzen aber am besten.

Hier noch einmal die Herstellerangaben für euch im Überblick:

  • 100% natürliches Sojawachs
  • Handgegossen
  • Hergestellt in Deutschland
  • Vegan ohne Tierversuche
  • Garantiert 140 Stunden Brenndauer
  • Duftölanteil 8%
  • Nur natürliche Zusatzstoffe
  • 632g Inhalt bei den großen Kerzen


Folgende Düfte von Purple River hatte ich bisher unter der Nase:

  
Blueberry Muffin: Die Kerze duftet nach Blaubeere und Vanille. Muffins oder Muffin-Teig rieche ich nicht heraus. Die Blaubeere riecht sehr künstlich, aber mir ist auch noch kein Blaubeerduft unter die Nase gekommen, bei dem das nicht so wäre. Unterm Strich gefällt mir der Duft. Wenn ihr die relativ typische Duftkerzen-Blaubeernote mögt, werdet ihr hier nicht enttäuscht sein, denn sie steht klar im Vordergrund.

Whiskey Honey: Whiskey, Ingwer und Vanille soll enthalten sein und das scheint soweit auch zu stimmen - zumindest rieche ich keine anderen Komponenten raus. Den Honig im Namen kann man getrost ignorieren. Insgesamt habe ich aufgrund des doch recht dominanten Ingweranteils Zweifel, ob der Duft viele Freunde finden wird. Ich persönlich finde den Duft zumindest okay, wenngleich ich ihn mir etwas wärmer gewünscht hätte.

Lemon Verbena: Limette, Bergamotte und Eisenkraut sollen diesen Duft ausmachen und auch hier rieche ich keine weiteren Komponenten heraus. Ich muss zugeben, insgesamt riecht die Kerze doch ziemlich nach einer Mischung aus Putzmittel und seifigem Kraut, aber für mich geht das in Ordnung.

Good Karma: Rhabarber, schwarze Johannisbeere und Moschus verspricht uns hier das Etikett. Der Rhabarber sticht für mich hier klar heraus und geht leicht ins Bittere. Wie die anderen Düfte, ist auch Good Karma recht hart und hat nichts mit drinnen, dass den Duft wirklich abfedert - muss aber vielleicht ja auch nicht immer sein.

Sweet Macaron: Fruchtgelee, Himbeere und Vanille hört sich zunächst verlockend an. Die Komponenten sind auch durchaus wahrnehmbar, aber meine Nase kommt nicht umhin, irgend etwas Würziges im Hintergrund wahrzunehmen, das mich an Ahornsirup erinnert. Wahrscheinlich wollte man damit den Macaron-Eindruck erzeugen. Hätte man lieber lassen sollen. Klappt nicht und macht mich nicht glücklich.

Black Coconut Lime: Kokos und Limettensaft. Nicht mehr, nicht weniger. Ich bin kein Kokosduft-Fan, aber in der Kombination kann ich den aufdringlichen Kokosmuff einigermaßen ertragen. Wer die Kokosnote in z.B. Topical Getaway von Village Candle oder in Coconut Pineapple von Country Candle mag, kann hier getrost zugreifen. Ansonsten lieber Finger weg.

Eucalyptus & Lemongrass: Eucalyptus, Zitrone und Salbei soll drinnen sein. Warum kein Zitronengras? Trotzdem riecht es nach Zitronengras mit einer leicht seifigen Beinote. Kein Highlight, aber kann man mal machen.


Wie ist eure Meinung zu Purple River?


Kennt ihr die Marke Purple River bereits? Welche Düfte gefallen euch besonders? Wie ist eure Meinung zu den Kerzen? Bevorzugt ihr die Düfte als große Kerzen, als kleine Kerzen oder als Wax-Melts für die Duftlampe? Hinterlasst mir gern einen Kommentar oder schaut in meiner Facebookgruppe vorbei und erzählt von euren Erfahrungen mit diesen und anderen Duftkerzen. Ich bin gespannt auf eure Meinung.

Tipps zum Weiterlesen:


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Yankee Candle Signature Kerzen: Kontroverses Makeover der beliebten Duftkerzenmarke

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Yankee Candle: Jetzt im Signature Look

Der Aufschrei in der Duftkerzen-Community war groß, als Yankee Candle bekannt gab, dass sie ihre Kerzen dem wohl größten Makeover der letzten Jahrzehnte unterziehen würden. 

Bereits 2021 angekündigt, änderte sich das Bild in den US-Yankee-Stores im Jahre 2022 drastisch. Die bekannten Housewarmer verschwanden immer mehr in die Outlets und machten Platz für das neue Design. 

Sammler wüteten, Fans klagten, Liebhaber maulten - aber das nützte nichts: Das Makeover der Marke war nicht abzuwenden. Dann zum Jahresende, beginnend mit der Weihnachtskollektion, ging es auch bei uns mit der Signature Collection so richtig los. 


Was ist anders, was ist neu? 

Nun, kurz gesagt: Alles.

  • Statt einem haben Yankee Candles jetzt 2 Dochte
  • Statt lediglich aus Paraffin bestehen Yankee Candles jetzt aus einem Sojawachsgemisch
  • Die Gläser haben eine neue Form sowie ein neues Design

Das neue Design und die veränderte Glasform sind für die Fans die wohl niederschmetternste Veränderung: Vorbei ist es mit den schönen Bildchen auf den Labeln der bekannten Apothekergläser. Die neuen Gläser ziert ein transparenter Aufkleber, bzw. bei den Tumblern ein abziehbares Plastik-Wraparound-Label, das - auf den entsprechenden Duft bezogen - mit Aufdrucken, wie z.B. gezeichneten Blättern, Blüten oder Früchten verziert ist.

Nachdem Kringle Candle schon länger auf neues Wachs umgestellt hat, Country Candle unlängst gefolgt ist und Goose Creek seine Housewarmer sogar komplett einstellt und ausschließlich auf Dreidochter mit Mischformel setzt, hat Yankee nun nachgezogen. Es handelt sich hierbei nicht um reines Soja- oder Pflanzenwachs, sondern ebenfalls um ein Gemisch. Das Wachs entspricht von der Konsistenz her, der vor Kurzem eingestellten Elevation-Reihe.

In welcher Form sind die Kerzen verfügbar?

Die Signature Kerzen stellen von nun an das Hauptprogramm von Yankee Candle dar. Aktuell gibt es zwar parallel einige der Dauerbrenner des Standardsortiments auch noch in alter Form, also als 1-Docht-Paraffin-Apothekerglaskerze, aber die volle Bandbreite des jeweils aktuellen Yankee Candle Duftsortiments bekommt ihr nur noch als Signature-Glas.

Die neuen Yankee Candle Signature Kerzen sind in der Hauptsache in dreierlei Form erhältlich: 

  • Mit schmalerem Glashals als Pendant zu den alten Apothekergläsern
  • In gerader Tumbler-Form
  • Als kleine Votivkerzen im runden Glas
Weitergehend als kleine Tumbler mit 122g und als 5-Docht-Kerzen mit lediglich 340g.

Die regulären Signature-Gläser, die das Pendant zu den alten Apothekergläsern darstellen, haben eine Füllmenge von 567g und haben einen UVP von € 34,90.

Die großen Tumbler haben ebenfalls eine Füllmenge von 567g, haben aber einen UVP von € 36,90 - sind also noch einmal teurer, als die ohnehin schon im Preis erhöhten, regulären Gläser.

Auch früher gab es schon Yankee Candles in Tumbler-Gläsern, parallel zu den Apothekergläsern, jedoch hatten diese sich hierzulande nie so recht durchsetzen können. Die Tumbler gab es teils mit Paraffin, seit Jahren teils aber auch bereits mit Sojawachsgemisch und jeweils mit 2 Dochten. Wer in der Vergangenheit schon solche Tumbler besessen hat, erfährt hier bis auf die Label und die Tatsache, dass man den Deckel jetzt als Untersetzer für die Kerze verwenden kann, keine große Veränderung.

Die Preisentwicklung der großen Yankee Candle Kerzen

Der Preis für eine große Yankee Candle Kerze hat sich somit innerhalb von zwei Jahren von € 29,90 auf € 31,90 bis auf aktuell € 34,90 (bzw. € 36,90) maßgeblich erhöht. Für mich persönlich ein Preis, den ich nicht bereit bin, für Yankee Candle Kerzen auszugeben - aber das muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden. 

Ein Tipp jedoch bevor ihr dem Kaufrausch verfallt: Haltet stets die Augen offen und googelt euch durch die virtuellen Kerzenläden, denn bei diversen Shops gibt es immer wieder gute Angebote, so dass ich schon einige Schnäppchen machen konnte.

Die weiteren erhältlichen Größen und Formen

Votivkerzen kommen nun im Glas daher und haben eine Füllmenge von 37g. Trotzdem die Füllmenge von den 49g der alten Votivkerzen auf 37g gesunken ist, ist der Preis drastisch, auf satte € 4,90 (UVP) angestiegen.

Die 5-Docht-Kerzen, bei denen es noch fraglich ist, ob diese im Sortiment bleiben und bei denen es zu Anfang der Produktion immer wieder Probleme gab, sind mit 340g und einem UVP von € 36,90 aus meiner persönlichen Sicht nicht viel mehr, als eine bloße Frechheit, wenn es um das Verhältnis von Preis zu Menge geht.

Einige Düfte gibt es zudem in kleinen Tumblern zu je € 11,90 (UVP) bei einer Füllmenge von 122g. Diese kann man wohl als Pendant zu den alten, kleinen 104er Gläsern sehen.

Zu guter Letzt gibt es noch die mittleren Gläser mit 368g zu einem Preis von € 29,90 (UVP) - also dem Preis zu dem man bis vor Kurzem noch ein großes Yankee Candle Glas bekam.

Der Großteil der Düfte ist auch weiterhin in Form von Duftwachs für die Duftlampe erhältlich. Das Duftwachs stellt eine gute Möglichkeit dar, Düfte einmal anzutesten, bevor man sich direkt ein teures, großes Glas kauft. Mit einer Portionsgröße von 22g entspricht das Wachs in der Menge den alten Duft-Tarts. Der UVP ist € 2,90.


Label

Durch den Wegfall der Fotolabel habe ich bei den Signature Kerzen das gleiche Problem, wie bei der im vorletzten Jahr eingestellten Elevation Collection: Alles sieht gleich aus. 

Gut, das ist übertrieben - sie sehen natürlich nicht alle genau gleich aus, aber bei mehreren dieser Kerzen nebeneinander im Regal, bekommen meine Augen schnell Langeweile. Ich muss oft erstmal näher dran und nachlesen, um zu sehen, welche Kerze da denn jetzt steht.

Jammern auf hohem Niveau, aber die alten Kerzen hatte ich auch aus der Ferne auf den ersten Blick, aufgrund der schönen Foto-Label, problemlos direkt ausgemacht. Hier sehe ich auch das Problem für Sammler: Eintönigkeit.


Warum liebe ich die Signature Kerzen trotzdem?

Ich war schon lange sehr unzufrieden mit der Performance vieler Yankee Candles. Düfte, die ich erst nach Stunden wirklich wahr nahm, Kerzen die schlecht abbrannten, oder auch Kerzen die ich im Raum überhaupt gar nicht wahrgenommen habe waren keine Seltenheit, sondern inzwischen für mich die Regel. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mich da in den letzten Jahren schon auf einen schönen Duft gefreut hatte und mich nach dem Anzünden stattdessen einfach nur noch ärgerte (es gibt natürlich Ausnahmen).

Hätte ich keinen Candlewarmer (der im Grunde nach dem Prinzip einer Duftlampe funktioniert und deshalb für intensiveren Duft sorgt), dann hinge die Marke bei mir schon längst komplett am Haken.

Ich nutze die Kerzen am liebsten zu ihrem eigentlichen Zweck, dem Abbrennen. Die Nutzung unterm Warmer stellt für mich lediglich Plan B dar

Da ich Kerzen am liebsten dazu nutze wozu sie hergestellt wurden, nämlich zum Abbrennen und das Schmelzen unter dem Candlewarmer für mich nur Plan B darstellt, reißt Yankee Candle mit den Signature Kerzen das Rad gerade noch einmal rechtzeitig herum, bevor ich der Marke gänzlich abgeschworen habe.

Die Signature Kerzen tun das, was ich von diesen Kerzen erwarte und was ihr eigentlicher Sinn und Zweck ist: Sie erfüllen den Raum beim Abbrennen intensiv und problemlos mit Duft. Letztlich nützt mir die schönste Kerze nichts, wenn ich sie im Raum nicht ausreichend wahrnehme und mich bloß drüber ärgere. Dafür sind die Kerzen auch einfach zu teuer.

  • Ja, die Signature Kerzen haben etwas weniger Wachsgewicht
  • Ja, das Sojawachs brennt schneller ab, als Paraffin
  • Ja, die 2 Dochte tragen zusätzlich nochmal dazu bei, dass die Kerze schneller aufgebraucht ist

Aber: Dafür brennen sie sauber herunter, poolen problemlos und vor allem: Sie verbreiten anstandslos ihren Duft im Raum. Ich habe letztlich nichts von einer Kerze, die hunderte von Stunden brennt, die aber meinen Raum, meine Wohnung, oder mein Haus nicht so mit Duft befüllt, wie ich es mir wünsche. Dann wähle ich lieber die Kerze, die sich zwar schneller verbraucht, aber tadellos performt. 


Brenndauer und Abbrennverhalten

Was die Brenndauer von 60 bis 90 Stunden (Herstellerangabe) pro großem Glas angeht, bin ich vollkommen zufrieden. Ehrlich gesagt bin ich sogar recht froh, wenn auch mal etwas leer wird und für mich steht die Performance wie gesagt an erster Stelle. Lieber 60 schöne Stunden, als doppelt so viele Stunden, aber dafür immer wieder Ärger.

Übrigens braucht man sich bei dem neuen Wachs auch weniger Sorgen um einen Tunnel zu machen, denn das neue Wachs gleicht sich (zumindest bei anfänglichem Tunneln) beim nächsten Brennen wieder aus. Es hat also kein Wachsgedächtnis, wie reines Paraffin und man kann die Kerze auch einmal ausblasen, wenn sie noch nicht ganz bis zum Rand gepoolt hat. 

Ein Wachspool bis zum Rand ist bei diesen Kerzen jedoch ohnehin oft nach einer halben, spätestens dreiviertel Stunde bereits erreicht, so dass die Kerzen sich nun auch eigenen, wenn man nicht den halben Tag Zeit hat. Die Kerzen brennen insgesamt wirklich schön und sauber herunter.

Poolhilfen, wie Illuma-Lids, spezielle Holder, Kerzenschirme oder gar Alufolie (ja, bei einigen der alten Kerzen war es tatsächlich nötig, sie mit Alufolie zu umwickeln, damit sie genug Hitze entwickeln), sind bei den Signature Kerzen unnötig und glücklicherweise Schnee von Gestern.

Fazit

Würde ich mir statt des neuen Designs lieber die alten Label wünschen? Ja. Würde ich zum Anzünden aber zur alten 1-Docht-Paraffinkerze von Yankee, oder der neuen 2-Docht-Sojawachskerze greifen? Definitiv und ohne lang drüber nachdenken zu müssen: Zur neuen Kerze!

Zweiflern möchte ich ans Herz legen: Probiert es aus. Auch wenn euch das neue Design nicht gefällt oder sogar stört. Wenn es euch rein um den Duft geht, werden euch die Kerzen am Ende überzeugen.

Natürlich gibt es nach wie vor stärkere und schwächere Düfte, sogar einige wirklich laue Lüftchen, aber im Schnitt beurteile ich die Duftabgabe deutlich besser als zuvor.

Wer jedoch trotz aller Vorteile unbedingt beim alten Apothekerglas-Look bleiben möchte, findet bei z.B. Cheerful Candle oder Country Candle eine gute Alternative. Es muss ja nicht immer Yankee sein. 


Eure Meinung ist gefragt

Kennt ihr die Signature-Kerzen bereits? Welche Düfte gefallen euch besonders? Wie ist eure Meinung zu den Kerzen? Hinterlasst mir gern einen Kommentar oder schaut in meiner Facebookgruppe vorbei und erzählt von euren Erfahrungen mit diesen und anderen Duftkerzen. Ich bin gespannt auf eure Meinung.

Tipps zum Weiterlesen:

- Duft-Tagebuch Teil 1
- Duft-Tagebuch Teil 2
- Duft-Tagebuch Teil 3
- DW Home Candles
- Albtraumdüfte für Maggi-Nasen
- Angetestet: 10 Düfte aus der Elevation Collection
- Alle Facts über die Yankee Candle Tauschkette





Einen übersichtlichen Index all meiner bisherigen Kerzenposts findet ihr HIER




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