Yankee Candle Kerzenrettung: Umtopfen von Bruchkerzen

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Früher, oder später passiert es wahrscheinlich jedem regelmässigen Kerzenkäufer einmal, dass ein Paket wie dieses hier bei ihm eintrudelt:


Aber keine Panik: Eure Yankee Candle ist nicht verloren, sondern ihr könnt sie noch retten, indem ihr sie z.B. in ein neues (altes) Glas umtopft.

In der Regel sollte man solche Kerzen natürlich reklamieren und Ersatz verlangen. Es gibt aber auch Situationen, in denen man die Bruchkerze behalten möchte, wenn es z.B. ein privater Tausch war, oder die Kerze eine besonders seltene Duftrichtung ist.


Ich werde euch in diesem Post 3 Umtopfmethoden Schritt für Schritt vorstellen, so dass ihr bestens vorbereitet seid, falls ihr mal eine Bruchkerze erhalten solltet und selbstverständlich funktioniert das Umtopfen auch bei Zweidochtkerzen, wie Goose Creek, Village Candle, Cheerful Candle oder ähnlichen Marken.


Zuerst einmal braucht ihr ein leeres Kerzenglas. Werft also eure leeren Yankee Candle Gläser nicht weg, wenn ihr eine Kerze verbraucht hab. Ohnehin kann man die leeren Gläser stets noch prima weiterverwenden, auch wenn man sie nicht zum Umtopfen nutzen will.


Je nach Zerstörungsgrad könnt ihr das Etikett von der Bruchkerze eventuell noch retten und auf euer Zielglas umkleben.


Erwärmt das Etikett einfach etwas mit einem Fön. Danach lässt es sich ganz leicht und sauber abziehen. ACHTUNG: Ich habe auch schon von Leuten gelesen, die versucht haben das Glas in der Mikrowelle anzuwärmen. Das Etikettenbild hat auf der Rückseite jedoch eine Metallbeschichtung, darf also keinesfalls in die Mikrowelle.

Es kann gelegentlich vorkommen, dass man ein besonders widerspenstiges Etikett erwischt, dass sich auch nach dem Erwärmen nicht sauber ablösen lässt. In dem Falle kann man versuchen, nachdem das Glas zerstört ist, die Scherben von der Rückseite des Etikettes abzuziehen. Mit gegebener Vorsicht natürlich, oder man legt das Glasstück mit dem Etikett eine Weile in ein heisses Wasserbad. Anschliessend lässt es sich in der Regel entfernen, wie Butter. In 90% der Fälle klappt die Fönmethode aber prima und ihr könnt euch den weiteren Aufwand sparen.


Je nachdem, welche Umtopfmethode ihr letztenendes für euch auswählt, könnt ihr das Etikett entweder gleich auf dem neuen Glas aufkleben, oder wartet, bis zum Ende der Umtopfaktion damit ab. Falls ihr das alte Etikett auf eurem Zielglas noch nicht entfernt habt, wartet bis zum Ende, denn nachdem ihr das Glas neu befüllt habt, ist der Kleber so warm, dass ihr es absolut mühelos und ohne weitere Hilfsmittel abziehen und euer Austauschetikett anbringen könnt.

Das neue Etikett reibt ihr mit einem Handtuch ordentlich fest, so dass es möglichst glatt auf dem Glas klebt. Bitte nicht den blossen Finger nehmen, denn es können sich auf der Etikettenrückseite noch kleine Splitter befinden, die sich dann durchdrücken und dann habt ihr sie im Finger. Auch dies geht am besten und saubersten am Ende auf dem noch warmen Glas.


Nun bereitet ihr eure Arbeitsfläche vor. Ihr legt ein Schneidebrett, oder/und Küchenpapier aus, stellt euch das Umtopfglas (sauber und trocken!) bereit und legt euch ein Schneidemesser zurecht. Ihr könnt auch bereits einen Topf mit Wasser auf dem Herd erwärmen und euch einen zweitern, kleineren Topf bereitstellen, in dem ihr später das Wachs im Wasserbad erwärmt, wie schon im Post zum Kerzen giessen beschrieben. Nun kann die OP beginnen.


Zuerst einmal ist eure "brutale Ader" gefragt, denn das Wachs muss erst einmal vom Restglas befreit werden. Am besten wickelt ihr es in ein Handtuch, damit ihr euch nicht schneidet, und zertrümmert das Glas dann mit einem Hammer. Schlagt lieber einmal öfter und etwas leichter zu, als gleich mit voller Kraft, damit wirklich nur das Glas springt und sich abnehmen lässt und es nicht ins Wachs hineingetrümmert wird.


Versucht eurer Wachs so sauber und gut es geht von allen Glaskrümeln zu befreien und passt auf, dass ihr euch dabei nicht schneidet. Am besten wischt ihr das nackte Kerzenwachs ordentlich mit Küchenpapier ab und versucht nicht, die winzigen Splitter mit den Händen abzuwischen. Das könnte dann schnell so ausgehen, wie auf dem Bild zu sehen.


Damit die Kerze in ihr neues Glas passt, müsst ihr nun von den Aussenseiten so viel Wachs wegschneiden, dass man die Kerze problemlos in ihr neues zu Hause stellen kann. Ihr müsst somit später nicht das komplette Wachs schmelzen und habt den inneren Kern sozusagen noch im Originalzustand.


Die abgeschnittenen Krümel könnt ihr schon einmal in eurem vorbereiteten Wasserbad erhitzen.


Sieht die Kerze dann in etwa so aus, könnt ihr sie ins neue Glas stellen.


Sobald eure Wachskrümel anfangen zu schmelzen, könnt ihr beginnen, das flüssige Wachs ins Kerzenglas umzugießen.




Diesen Vorgang wiederholt ihr dann so oft, bis all eure Wachskrümel verbraucht sind und euer Kerzenglas voll ist.


Wie schon im Post zum Tarts giessen beschrieben fängt das Duftöl bei etwa 55°C an, sich zu verflüchtigen. Das Wachs fängt aber schon eher an zu schmelzen.




Es empfiehlt sich also, das Wachs auf niedriger Temperatur zu erhitzen und das bereits geschmolzene Wachs regelmässig abzugiessen. Auf diese Weise bleibt euch nahezu das komplette Duftöl erhalten und die Kerze hat keinerlei Einbuße in der Duftintensität.


Nun müsst ihr das Wachs nur noch aushärten lassen. OP erfolgreich, Kerze gerettet :)


Bevor ich zur zweiten Methode komme, noch ein kleiner "Sicherheitstipp": Wenn ihr das Wachs direkt anfasst, wascht euch danach ordentlich die Hände. Das Duftöl kann allergische Reaktionen, wie Jucken, Rötungen, oder richtigen Ausschlag auslösen.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, bekommen meine Hände sofort rote Flecken von dem Öl.
Auf keinen Fall rubbelt euch mit den öligen/wachsigen Händen in den Augen und wenn ihr (wie ich) empfindlichere Haut habt, tragt am besten von vorn herein Haushaltshandschuhe.




Methode 2


Diese Methode unterscheidet sich kaum von der vorigen. Der Unterschied ist, daß ihr das Wachs nicht nach und nach, sondern komplett auf einmal erwärmt.





Ihr kippt dann das geschmolzene Wachs nicht schichtweise, sondern in einem Schwung in das neue Glas, das ihr idealerweise vorher kurz im Ofen angewärmt habt.




Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass ihr ein optisch sehr saubereres und glatteres Ergebnis erhaltet. Der Nachteil ist die längere Wartezeit, bis das komplette Wachs geschmolzen ist und dass ihr mehr Duftöl verliert, weil das Wachs einfach länger in flüssigem Zustand auf dem Herd ist und wahrscheinlich insgesamt auch wärmer wird. Sollte das Wachs zu heiß sein, lauft ihr bei dieser Methode ausserdem Gefahr, dass ihr das Glas erschreckt und es euch wegplatzt - aus dem Grund auch das vorherige, leichte Anwärmen des Glases, um es auf kommende Temperaturen einzustimmen.


Als Faustregel kann man sich merken: Sobald man beginnt, den Duft im Raum zu riechen, verflüchtigt sich Öl. Deshalb bevorzuge ich die erste Methode, wo das Wachs zwar optisch etwas geschichteter ausschauen kann, jedoch kein/kaum Öl entwischt und ich auch keine Bedenken haben muss, dass mir das Glas springt.




Methode 3


Bei der dritten Methode geht ihr zuerst einmal wieder so vor, dass ihr das äussere Wachs von eurer nackten Kerze entfernt. Dieser Schritt ist also in jedem Falle unerlässlich, da ihr den Kerzenblock sonst schlicht und ergreifend nicht durch den oberen Rand/Kragen ins neue Glas hineinbekommt.


Anstatt das Wachs nun aber im Topf zu schmelzen, gebt ihr es direkt in das neue Kerzenglas.


Nun stellt ihr das komplette Glas ins vorbereitete Wasserbad und wartet, bis das Wachs geschmolzen ist.


Anschliessend stellt ihr eurer Mittelstück ins geschmolzene Wachs hinein, nehmt das Glas aus dem Wasserbad und lasst das Wachs aushärten.

 
Besonders ungeduldige Menschen können das Glas auch in den Kühlschrank stellen, aber ich lasse das Wachs lieber bei Raumtemperatur aushärten. Die plötzliche Kälte wäre nur ein weiterer Gefahrenpunkt für das Glas, das es dann anfällig zum Springen machen kann. Im Prinzip sind sowohl Wärme, als auch Kälte kein Problem für das Glas, aber das grosse Problem ist stets der Wechsel zwischen den Temperaturen. Ich empfehle deshalb so schonend wie möglich vorzugehen und lieber langsam und geduldig von warm auf kalt, oder kalt auf warm zu gehen.


Bei der dritten Methode erhaltet ihr in der Regel ein sehr glattes Ergebnis. Ich persönlich topfe aber stets mit der ersten Methode um, da sie sowohl für das Wachs, als auch das Glas am schonensten ist. Das Problem bei dieser dritten Methode ist, dass das Glas im heissen Topf steht und direkt den Topfboden berührt. Dabei ist mir schon zwei Mal mit einem lauten Knall der Boden der Gläser weggeplatzt. In dem Falle war's das sowohl mit eurem Glas, als auch mit eurem Wachs, das euch dann ins Topfwasser hineinläuft und verloren ist.


Bei allen Methoden bedenkt, daß heisses Wachs mehr Volumen hat, als erkaltetes Wachs. Dadurch dass sich das Wachs beim Erkalten zusammenzieht, werdet ihr wahrscheinlich keine komplett ebene Oberfläche bei der umgetopften Kerze haben. Ausserdem werdet ihr noch etwas Wachs, in der Regel so um die 50g übrig haben. Kippt/werft das nicht weg, denn sobald die Kerze nach knapp 24Std. vollkommen ausgehärtet ist, könnt ihr es nachgiessen und habt dann eine wesentlich glattere Oberfläche.

Es ist aber kein Problem, wenn die Oberfläche nicht vollkommen glatt ist, denn nachdem ihr die Kerze das erste Mal brennen hattet und sich ein Pool gebildet hat, ist alles wieder wie es sein soll. Es ist also lediglich eine Schönheitsfrage.


Sehr oft kommt es vor, dass das erkaltete Wachs Streifen bildet. Das ist nicht schlimm und nur eine optische Sache, die auf den Duft, oder das Brennverhalten keinerlei Einfluss hat. Ehrlich gesagt finde ich dieses Muster manchmal sogar ganz witzig.


Die Streifen bilden sich in der Regel, wenn das Glas, oder die Umgebungstemperatur beim Giessen zu kühl war, aber auch wenn ihr alles vollkommen richtig macht, können Streifen, oder ähnliche Muster entstehen. Das lässt sich halt manchmal einfach nicht vermeiden, dafür aber im Nachhinein relativ einfach reparieren.


Sollte man sich, falls das Wachs ein Streifenmuster bildet, daran stören, kann man das Glas jeztzt noch einmal erwärmen und erhält dann in der Regel eine schöne, glatte Optik. Hierzu fülle ich heisses (auf keinen Fall aber kochendes) Wasser in ein geeignetes Gefäß, wo das Glas bis zum Hals hineinpasst. Das Wasser sollte ziemlich genau bis zum unteren Glaskragen gehen und auf keinen Fall höher, denn dann läuft euch, selbst wenn ihr einen Deckel auf dem Glas habt, mit Sicherheit etwas Wasser in die Kerze und nasse Kerzen dürft ihr nicht brennen.


Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag ein bisschen weiterhelfen und Lust aufs Umtopfen machen. So eine Kerzen-OP kann durchaus Spaß machen und es ist eine recht einfache Möglichkeit, die doch recht teuren Kerzen im Bruchfall dann doch noch nutzen zu können. Hinterlasst mir gern ein Feedback hier in den Kommentaren, oder direkt in meiner Facebookgruppe und erzählt von euren Umtopferfahrungen. Falls noch offene Fragen sein sollten, scheut euch nicht, ebenfalls hier in den Kommentaren, per Mail, Kontaktformular auf dieser Seite, oder direkt in meiner Facebookgruppe nachzufragen, ich helfe euch gern weiter.

Solltet ihr alternativ aus eurer Bruchtkerze lieber Melts für die Duftlampe herstellen möchten, findet ihr HIER eine "Schritt für Schritt"-Anleitung von mir.

P.S.: Vielen lieben Dank an Mia Lany und Verena Melanie für die Bereitstellung zusätzlicher Fotos für dies Anleitung :)




Einen übersichtlichen Index all meiner bisherigen Kerzenposts findet ihr HIER





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1 Kommentar:

  1. Ein super Beitrag...
    Ich finde es toll, dass du verschiedene Methoden vorstellst.
    So kann jeder die für sich am Besten geeignete Methode aussuchen.
    Ich persönlich kannte nur Methode 1... aber finde auch die 3. Methode sieht toll aus..
    Danke für deine hilfreichen Tipps:)

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